Mit scharfen Worten hat Papst Ratzinger in Neapel die Camorra, die allgemeine Gewaltkriminalität und die soziale Verwahrlosung angeprangert.

Endlich mal eine positive Nachricht: Der Vatikan versucht offenbar, sich von seiner eigenen Vergangenheit zu distanzieren. Ein bemerkenswerter Ansatz von Selbst-Resozialisierung. So lange ist es ja noch gar nicht her, 25 Jahre nämlich, dass der »Bankier Gottes«, Roberto Calvi, unter einer Londoner Brücke ermordet aufgefunden wurde. Ihm folgte der Mafioso Sindona, der im Gefängnis mit vergiftetem Kaffee ins Jenseits befördert wurde, weil er wie Calvi in großangelegte Geldschiebereien und -wäschereien verwickelt war, bei denen der Vatikan als eigener Staat und als vermutlich höchst seriöse Adresse eine nicht unerhebliche Rolle spielte.

Seinen guten Willen zur Resozialisierung könnte Ratzinger auch dadurch unter Beweis stellen, dass er unverzüglich die vatikanischen Archive aus dieser Zeit öffnet, um die Affäre endlich restlos aufzuklären.


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