Tödliche Gefahr?

In der Abteilung für Biologische Sicherheit des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat man im Muskelfleisch eines erschossenen Wildschweines eine Trichinenart gefunden, die mit den herkömmlichen Fleischuntersuchungen nicht gefunden werden kann:
Trichinella pseudospiralis.

Die im Gegensatz zu üblichen Trichinen nicht verkapselten Larven der Trichinella speudospiralis sind im Trichinoskop (Mikroskop zur Trichinenuntersuchung) nicht sichtbar. Die Muskelfleischprobe muss vor einer mikroskopischen Untersuchung künstlich vorverdaut werden, damit die Larve sichtbar wird. Dieses Verfahren ist teuer und kann nur von dafür spezialisierten Untersuchungs-Labors durchgeführt werden.

Bei der Entdeckung fand das BfR im Muskelfleisch der Wildschwein-Leiche eine sehr hohe Parasitenkonzentration von mehr als 900 dieser »unsichtbaren« Larven.

Das BfR fordert nun, dass Jäger die von ihnen erschossenen Wildschweine von Einrichtungen untersuchen lassen, die dieses Verfahren beherrschen.

Die Sorge ist berechtigt: Während die Wildschweine keine Krankheitssymptome aufweisen, können die Trichinen-Würmer den Menschen regelrecht von innen her auf- fressen. Räuchern, Pökeln, Salzen und Trocknen des Fleisches sind laut Angaben des Robert-Koch-Instituts keine ausreichend wirksamen Maßnahmen zur Larvenabtötung - einzig die Erhitzung. Somit zählen Wildschwein-Salami (= Rohwurst) und Wildschwein-Rohschinken zu den Risikoprodukten. (BfR-Pressemeldung vom 20.2.2006)

Ende des 19. Jh. - vor der Einführung der so genannten »Fleischbeschauung« - starben tausende Menschen einen schrecklichen Tod: Der Trichinen-Wurmbefall äußert sich zunächst durch Magen-Darm-Beschwerden und geht später mit allergischen Symptomen und Fieber einher. Ödeme bilden sich aus und es kommt zu Muskelschmerzen. Die Infektion kann tödlich verlaufen, vor allem, wenn die Zwerchfellmuskulatur oder der Herzmuskel betroffen sind.

Die aktuellen Erfahrungen mit der »Gammelfleisch«-Mentalität mancher Fleischverwerter, gepaart mit der Schießgier der Jäger, lassen befürchten, dass der erhöhte Kontrollaufwand nur sehr schleppend angewendet wird. Die personell unterbesetzten Lebensmittelkontrollbehörden werden hier eine weitere Aufgabe aufgebürdet bekommen, der sie bei der aktuellen Personalausstattung gar nicht Folge leisten können.

Wenn Sie sich also nicht dem Risiko aussetzen wollen, von Trichinen-Würmern bei lebendigem Leib von innen her aufgefressen zu werden, gibt es nur eins: Essen Sie kein Fleisch mehr! So einfach ist das. Außerdem: Wahre Gourmetköche kochen schon lange vegetarisch. Lernen auch Sie es!

 



Jäger mit Trichinen infiziert

In Frankreich wurde bei 25 Personen eine Infektion mit Trichinen festgestellt, nachdem sie das Fleisch eines in Kanada erlegten Schwarzbären gegessen hatten. Das Fleisch hatten die Jäger von einer Jagdreise aus Kanada mitgebracht - unter Umgehung der EU-Einfuhrbestimmungen. (Quelle: WILD UND HUND, 2/2006)
Eine Infektion mit Trichinen kann beim Menschen zum Tod führen.

Welche Folgen eine Trichineninfektion haben kann, zeigt ein Fall von 140 Erkrankten einer Festgesellschaft, die vom Mett eines einzigen infizierten Schweines gegessen hatten. Die Mehrzahl der Patienten erkrankte so schwer, dass diese seither arbeitsunfähig sind. Allein der finanzielle Schaden belief sich auf über 5 Millionen Euro.
(Quelle: Deutschlandradio, 3.4.2004)

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