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Kirchliche Sex-Skandale und Priester als Kinderschänder - seit Jahren meldet die Presse immer neue schockierende Fälle aus allen Kontinenten. Man mag es schon gar nicht mehr hören, es ekelt einen an - und doch sind wir es den Opfern, geschändeten Kindern schuldig, dass die Skandale an die Öffentlichkeit kommen.
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Kinderschänder-Verbrechen durch Kirchenfunktionäre
30.10.06: Kinderschänder-Skandale in Irland
Irland: Kinderschänder-Skandale - Kirche muss 40 Mio. Franken Entschädigung zahlen
(...) Die katholische Kirche in Irland war seit 1994 mehrfach von Pädophilie-Skandalen erschüttert worden. (...) Nach Schätzung der Bischofskonferenz müssen die 26 irischen Diözesen in den kommenden 5 Jahren insgesamt umgerechnet 39,8 Millionen Franken an Entschädigungen zahlen. (...) Quelle: kipa - Katholische Internationale Presseagentur, 29.10.2006
Irland: 350 Priester haben nachweislich sexuelle Straftaten begangen
Benedikt XVI. sprach ein Machtwort: Von widerlichen Gewaltakten, die mit aller Härte zu verfolgen« redete der Papst. (...) Klar Stellung zum Thema Pädophile in der Kirche nahm Benedikt XVI beim Besuch irischer Bischöfe im Vatikan. Anlass für die deutlichen Worte sind die für die Kirche verheerenden Skandale. Vergangenen März erst hatte der Erzbischof von Dublin erschreckende Zahlen nach einer Untersuchung unter 2800 Geistlichen für den Zeitraum zwischen 1949 und 2000 genannt: Danach haben 350 Priester nachweislich sexuelle Straftaten begangen. (...) Quelle: Kölnische Rundschau, 30.10.2006
29.10.06: Sex-Skandale weltweit
Weltweit kirchliche Sex-Skandale - Rund 3% des Klerus in Irland und USA pädophil veranlagt
(...) Seit Jahren reißen die Hiobsbotschaften über pädophile Kleriker nicht ab - Benedikt fürchtet den Vertrauensverlust der Kirche. (...) Aus Mexiko und Brasilien, aus den Österreich und Japan werden sexuelle Übergriffe von Priestern berichtet, auch aus Deutschland. Mal sind es Pfarrer, die sich im Zeltlager an Knaben herangemacht haben, mal sind Priesterschüler die Opfer, seltener Mädchen und Frauen. Italienischen Presseberichten zufolge kommt eine irische Studie zu dem Schluss, dass drei Prozent der dortigen Priester in den vergangenen Jahrzehnten sexuellen Missbrauch begangen hätten. Ähnliche Zahlen wurden bereits in den USA ermittelt. Dort haben die Skandale ganze Diözesen an den Rand des Ruins gebracht, auch an den Rand des finanziellen Ruins. Die Klagewelle von Opfern rollt. (...) Quelle: N 24, 29.10.2006
28.10.06: USA - Zehn Millionen Dollar
weil Priester Schüler sexuell belästigte Das Erzbistum Los Angeles und der Karmeliterorden haben sich mit sieben Opfern sexuellen Missbrauchs durch Kirchenleute auf die Zahlung von Entschädigungen geeinigt. Sie spricht von insgesamt zehn Millionen US-Dollar. Einige der Opfer waren an einem kirchlichen Gymnasium in der Nähe von Los Angeles von einem Priester, der dem Karmeliterorden angehörte, sexuell belästigt worden. Quelle: Newsletter von Radio Vatikan, 28.10.2006
26.10.06: Kinderschändung - 10 Jahre Haft
Frankreich: Kinderschändung - 10 Jahre Haft für Priester
In Frankreich ist ein katholischer Priester wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der inzwischen 64 Jahre alte Geistliche wurde für schuldig befunden, zwischen 1995 und 1998 einen Jungen sexuell belästigt zu haben. Zusätzlich zur Haftstrafe muss er dem Opfer 15.000 Euro Schadenersatz zahlen. Der Prozess erregte Aufsehen, weil erstmals in der französischen Justizgeschichte ein katholisches Bistum als Nebenkläger auftrat. Die französischen Bischöfe hatten bereits im Jahr 2000 Kindesmissbrauch durch Priester scharf verurteilt und Maßnahmen für ein schärferes Vorgehen beschlossen. Quelle: Newsletter von Radio Vatikan, 26.10.2006
31.3.2006: 783 Fälle von Sex-Verbrechen in USA
783 Missbrauchsfälle bei katholischer Kirche in USA gemeldet
Washington (dpa) - In der katholischen Kirche der USA sind im vergangenen Jahr mehrere hundert Fälle sexuellen Missbrauchs gemeldet worden. In 783 Fällen lägen glaubhafte Anschuldigungen vor, teilte die Bischofskonferenz in Washington mit. Insgesamt seien mehr als 500 Priester beschuldigt worden, Minderjährige missbraucht zu haben. Mehr als vier Fünftel von ihnen seien bereits aus dem Kirchenamt ausgeschieden.
22.3.06: Ev. Pastor vergewaltigte eigene Tochter
Rheinischer Pfarrer gestand Vergewaltigung seiner Tochter
K ö l n (idea) – Ein Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland hat zugegeben, 1985 seine damals 17jährige Tochter vergewaltigt zu haben. Der 67jährige Angeklagte aus dem Oberbergischen Kreis ließ das Geständnis am 20. März durch seinen Anwalt vor der 2. Großen Strafkammer am Landgericht Köln erklären.
Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Geistliche seine Tochter im Ehebett in Abwesenheit der Mutter zum Beischlaf gezwungen haben. Das heute 38jährige Opfer tritt in dem Prozeß als Nebenklägerin auf. Nach Angaben ihrer Anwältin mißbrauchte der Pfarrer seine Tochter zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr. In dem Verfahren geht es aber lediglich um die Vergewaltigung, weil sie noch nicht verjährt ist. Die Frau hatte über 20 Jahre geschwiegen. Als sie befürchtete, der Vater könnte sich auch ihrer Tochter nähern, ging sie zur Polizei. Der Pressesprecher der rheinischen Kirche, Jens Peter Iven (Düsseldorf), sagte auf idea-Anfrage, das Landeskirchenamt habe nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein Disziplinarverfahren gegen den Ruhestandspfarrer eingeleitet. Es sei bis zum Abschluß des Verfahrens vor dem Landgericht ausgesetzt und werde nach dem Urteil wieder aufgenommen.
10.3.06: Hochrangiger Bischof missbrauchte Kind
USA: Hochrangiger Bischof soll Kind missbraucht haben
Massive Vorwürfe an einen Top-Geistlichen: Der Präsident der Katholischen Bischofskonferenz in den USA wird beschuldigt, in den sechziger Jahren eine Minderjährige missbraucht zu haben. Der Beschuldigte wies die Vorwürfe zurück.
(...) Eine namentlich nicht bekannte Frau hatte am 27. Dezember vergangenen Jahres Anzeige erstattet. Sie beschuldigt Skylstad, sie in der Zeit von Dezember 1961 bis zum Dezember 1964 sexuell missbraucht zu haben. Die Übergriffe hätten sich unter anderem an der Gonzaga-Universität zugetragen, an der Skylstad damals studierte. Die Frau war den Angaben zufolge damals minderjährig.
Die Vorwürfe wurden öffentlich, kurz bevor heute die Frist zur Einreichung formeller Schadensersatzforderungen wegen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ablief. Bis Mittwoch seien insgesamt 135 Anträge eingegangen, erklärte ein Rechtsanwalt der Diözese, Greg Arpin.
Spokane ist eine der drei US-Diözesen, die nach Missbrauchsklagen vor dem Bankrott stehen. Im vergangenen Monat hatte sie bereits 75 Opfern priesterlicher Pädophilie insgesamt 45,75 Millionen Dollar Schadensersatz angeboten.
Anwälte der Diözese kündigten an, die neuen Vorwürfe zu überprüfen. Der Vatikan sei informiert, hieß es in der Stellungnahme.
Quelle: SPIEGEL ONLINE - 10. März 2006 (Auszug)
8.3.2006: Massenhafte Missbräuche in Irland
DUBLIN
Kirche gesteht massenhaften Kindesmissbrauch
Die Erzdiözese Dublin hat in einem Bericht eingeräumt, dass sich 102 ihrer Priester an Kindern vergangen haben sollen. Seit 1940 seien mindestens 350 Kinder Opfer von geistlichen Verbrechern geworden.
(...) Seit 1994 wird das überwiegend katholische Irland immer wieder von ähnlichen Missbrauchsskandalen erschüttert. Nie allerdings ging es dabei um Verbrechen dieser Dimension. Das Büro des Erzbischofs teilte mit, die Zahlen basierten auf eine zweijährigen Untersuchung der Akten von mehr als 2800 Priestern, die während der vergangenen 66 Jahre in der Pfarreiarbeit oder in Orden gearbeitet hätten.
Einige der Priester sind für ihre Taten schon bestraft worden. Acht von ihnen seien in Strafprozessen verurteilt worden, 32 weitere von ihren insgesamt 105 Opfern zivilrechtlich belangt worden. Das kostet die Erzdiözese insgesamt 5,8 Millionen Euro.
Weitere Kosten kommen auf die Kirche jedoch noch zu, da 40 Verfahren noch in der Schwebe und viele weitere Fälle völlig ungeklärt sind. Erzbischof Martin kündigte bereits an, die Kirche müsse wohl einige ihrer Besitztümer veräußern, um den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. (...)
Quelle: Spiegel online, 8.3.2006 (Auszug)
16.2.2006: Prügelnde Lehrer
Prügelnde Lehrer an Herz Jesu
Wegen wiederholter Misshandlungen von Schülern wird die Herz-Jesu-Realschule in Saarbrücken geschlossen. Zu häufig wurde nach Ansicht der Schulbehörde den Kindern der Lernstoff eingeprügelt. Doch an der Grundschule und im Internat darf der Lehrbetrieb weitergehen. (...)
Quelle: SPIEGEL online, 16.2.2006 (Auszug)
11.2.2006: Heimkinder geprügelt HEIMKINDER-SCHICKSALE
"Wie geprügelte Hunde"
Sie wurden geschlagen, erniedrigt und eingesperrt. Unter oft unvorstellbaren Bedingungen wuchsen in den fünfziger und sechziger Jahre Hunderttausende Kinder und Jugendliche in kirchlichen Heimen auf. "Wir waren Zwangsarbeiter", sagen sie heute. Ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte.
Hamburg - In den sechziger Jahren trimmten staatliche, katholische und evangelische Erzieher Kinder und Jugendliche in rund 3000 Heimen mit mehr als 200.000 Plätzen. Gut die Hälfte der Kinder war zwei bis vier Jahre lang in solchen Heimen. Andere verbrachten ihre ganze Kindheit und Jugend in den oft hermetisch abgeschlossenen Häusern. Erst wenn sie das 21. Lebensjahr vollendet hatten, als Volljährige, wurden sie in die Gesellschaft entlassen. Heute leben vermutlich noch mindestens eine halbe, wahrscheinlich aber mehr als eine Million ehemaliger Heimkinder aus dieser Zeit in Deutschland. Sie sind zwischen 40 und 65 Jahre alt. (...)
Quelle: SPIEGEL ONLINE, 11.02.2006 (Auszug)
17.12.05: 15.000 Iren klagen auf Entschädigung
15.000 Iren klagen auf Entschädigung für Missbrauch
Dublin (AFP) - In Irland sind gut 15.000 Menschen einem Aufruf der Regierung gefolgt, für erlittene Misshandlungen in zumeist kirchlich geführten Kinderheimen Entschädigung zu beantragen. Bis zum Ende der Meldefrist am Donnerstag seien 14.768 Anträge bei dem eigens eingerichteten Entschädigungsausschuss für Heimbewohner (RIRB) eingegangen, teilte das Gremium auf seiner Website mit. Die Summe der Entschädigungen, für die der Staat aufkommen muss, könne bei über einer Milliarde Euro liegen.
In einem umstrittenen Abkommen zwischen irischem Staat und katholischer Kirche wurden die von der Kirche zu leistenden Entschädigungen auf maximal 128 Millionen Euro festgesetzt. Was darüber hinaus geht, muss aus Steuergeldern bezahlt werden.
Die Antragsteller machen geltend, sie seien als Kinder in staatlich gegründeten, zumeist unter Leitung der katholischen Kirche stehenden Einrichtungen misshandelt worden. Dabei handelte es sich um sexuellen Missbrauch und andere körperliche Misshandlungen sowie um seelische Qualen. (...)
Quelle: Yahoo-Nachrichten, 17.12.2005 (Auszug)
Dez. 05: 25.000 Euro für Sex-Verbrechen
an Ministranten in Deutschland
Die Vatikan-Kirche in Deutschland hat erstmals dem Opfer eines Sexual-Verbrechens eine Entschädigung gezahlt. Dies berichtet DER SPIEGEL in seiner Ausgabe 49/2005. Das Bistum Magdeburg habe einem ehemaligen Ministranten eine Entschädigung in Höhe von 25.000 Euro überwiesen - vierzig Jahre nachdem sich ein Priester an dem kleinen Jungen verging. Norbert D. war neun Jahre alt und stolz darauf gewesen, endlich Messdiener in der Kirche »Unbefleckte Empfängnis Mariens« nahe Leipzig zu sein. Nach dem Gottesdienst nahm ihn Pfarrer Alfons Kamphusmann mit ins Pfarrhaus und verging sich an ihm. Bei diesem einen Mal sollte es nicht bleiben: Denefs Martyrium in der Pfarrwohnung erstreckte sich über sieben Jahre, von 1958 bis 1964. Er konnte mit niemandem reden. Der Pfarrer war ein Freund seiner Familie. »Auch in der Schule fragte keiner nach, obwohl Norbert oft zu spät kam. Das war an Tagen, an denen er in der Frühmesse ministrierte und sich vor Angst in die Hosen machte.«
Als Erwachsener bekam Norbert D. schwere Depressionen, chronische Schlafstörungen, Heulkrämpfe und plötzliche Angstschweißausbrüche. Er musste in eine Klinik. Auch dort erzählte er anfänglich nichts, begann jedoch, Bücher über Missbrauch zu studieren. Langsam begriff er, was ihm angetan worden war.
Doch bis zum Zeitpunkt der Entschädigungszahlung sollten noch Jahre vergehen, in denen sich das Opfer an Pfarrer und Bistümer wandte. 25.000 Euro hat er erhalten. Für die Kosten psychologischer Therapien für sich und seine Familie hatte Norbert D. 122.850 Euro berechnet...
Quelle: Spiegel 49/2005 (Auszug)
Nov. 05: Entschädigung nach über 50 Jahren
Länger als ein halbes Jahrhundert hatte es gedauert. Dann erhielt Eva Dubuisson einen Brief von der Kommission zur Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der Kirche: 50.000 Euro Entschädigung sollte sie erhalten, weil sie als Mädchen von einem Priester, dem sie sich anvertraut hatte, vergewaltigt worden war. Nachdem eine Tante bei der Polizei Bericht erstattet hatte, wurde nicht etwa der Priester aus dem Verkehr gezogen - statt dessen kam Eva in eine von Nonnen geleitete Besserungsanstalt. Nach dem Martyrium der Vergewaltigung kam nun quasi die Gefangenschaft: Sie musste nähen, putzen, beten, und am Nachmittag entließ man sie für eine Stunde in den Hof. Dann liefen die Mädchen entlang der hohen Mauern, stumm, wenn eines sprach, dann kam es in den Keller. Sogar eine Nacht musste Eva in dem Keller verbringen; sie hatte sich getraut zu fragen, warum man sie gefangen hielt. Jahre später fand Eva Dubuisson in den Archiven des Genter Justizpalastes eine Akte, die ein Gerichtsurteil enthielt. Demnach habe sie sich herumgetrieben und prostituiert und werde deshalb bis zur Volljährigkeit in einer Besserungsanstalt verwahrt; Urteil nach öffentlicher Anhörung ergangen am 5. Oktober 1950. In Wirklichkeit hatte der Prozess niemals stattgefunden. Die Kirche trieb die Angst, dass in einem richtigen Prozess der Skandal ans Licht gekommen wäre. Darum war das Mädchen auch weggesperrt worden. Auf der Suche nach der Wahrheit wandte sich Eva Dubuisson an die Justiz in Gent und an das Bistum. Sie fand ein Dokument, aus dem hervorging, dass der Priester 40 Tage lang in Untersuchungshaft genommen worden war. Später wurde er versetzt. Der Pädophile predigte, bis er mit 92 Jahren starb. Vor drei Wochen meldete sich Eva Dubuisson wieder beim Bistum. Sie wollte wissen, wie es um die 50.000 Euro stehe. Man fragte sie, ob ihr nicht auch die Hälfte reichen würde.
Quelle: SPIEGEL 48/2005 (Auszug)
Okt. 05: Liste der Schande
Erzdiözese Los Angeles nennt 126 Namen pädophiler Priester
Eigentlich wollte der Kardinal jetzt Ruhe schaffen. Exakt zur Mitte der Nacht, von Dienstag auf Mittwoch, ließ er vertrauliche Notizen ins Internet stellen. Man könnte auch sagen, eine Liste der Schande. Auf 155 Aktenseiten werden dort die Karrieren von 126 Kirchenmännern der Erzdiözese Los Angeles ausgebreitet, denen eines gemeinsam ist: Sie sollen die ihnen anvertrauten Kinder sexuell missbraucht haben. Jungen und Mädchen. Die Veröffentlichung sollte der Anfang vom Ende des wohl folgenreichsten Skandals in der Geschichte der größten katholischen Diözese der USA sein. Sie galt als Voraussetzung für die außergerichtliche Einigung über mehr als 560 Mißbrauchsklagen, die die Erzdiözese vermutlich mehr als eine halbe Milliarde Dollar kosten dürfte. Doch statt dessen folgte ein Aufschrei der Empörung und die Ankündigung von Anwälten der Opfer, jetzt erst recht vor Gericht ziehen zu wollen.
Denn zweierlei ist nach der Veröffentlichung noch klarer geworden: Missbrauchsvorwürfe waren der Kirche seit langem bekannt. Aber stets hat sie versucht, die Sache intern zu regeln, durch Versetzungen, Therapien und in manchen Fällen durch Entfernung aus dem Priesteramt. Aber die neuen Gemeinden der Verdächtigen wurden nicht unterrichtet, die Polizei nicht nformiert. Über Jahrzehnte ging das so. (...)
Die Vermutung liegt nahe, dass die herausgegebenen Notizen nur die „Spitze des Eisbergs“ darstellen, wie die Los Angeles Times schrieb. Raymond Boucher, Anwalt von mehr als 300 Mißbrauchsopfern, warf der Kirche vor, das wahre Ausmaß des Skandals vertuschen zu wollen. „Dieser Kardinal und die Erzdiözese haben nicht im Mindestenvor, die Öffentlichkeit davon zu unterrichten, wie tief sie verstrickt sind“, sagte Boucher. Von „vollständiger Transparenz“ könne keine Rede sein. In Wahrheit seien Missbrauchsvorwürfe gegen 245 Priester der Erzdiözese bekannt, die jetzt veröffentlichte Liste führe aber nur gut die Hälfte auf. (...)
„Sie wussten, dass die Vergewaltigung von Kindern ein Verbrechen ist“, rief ihre Sprecherin Mary Grant in die zahlreich aufgestellten Mikrofone, „sie haben es geheim gehalten.“ Und dann fügte sie, an den abwesenden Bischof gewandt, hinzu: „Sie haben unschuldige Leben zerstört.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 14.10.05 (Auszug)
Okt. 05: Kirche: Sex-Skandale ohne Ende
Priester stirbt bei Sex mit Pferd
Washington – Priester Gerald Pointer (48) ließ sich in einem Stall bei Seattle (USA) von einem Hengst besteigen. Der Gottesmann erlitt dabei einen Dickdarmriss, starb an den Folgen. Der Priester ließ den Tiersex von LKW-Fahrer James Tait (54) filmen. Dem Mann drohen jetzt 5000 Dollar Geldstrafe. Tiersex ist im Bundesstaat Washington nicht verboten. Quelle: BILD, 24.10.05
Verhängnisvolle „mentale Schwäche“
Staatsanwalt wirft angeklagtem Priester von Cordoba Sex mit 14-jähriger vor
Der 63-jährige Priester hatte im Jahr 2004 an das damals 14jährige Mädchen extrem vulgäre SMS geschickt und Telefonate voller Anzüglichkeiten geführt. Die Telefonate waren von der Polizei abgehört worden. Vor Gericht gab der Priester zu Protokoll, dass er seit seinem 11. Lebensjahr eine „mentale Schwäche für weibliche und männliche Hinterteile“ habe. Zu sexuellen Kontakten sei es aber nie gekommen, obwohl er sich immer gewünscht habe, einmal in seinem Leben mit einer Frau zu schlafen. Er soll der 14jährigen auch Fotos geschickt haben, die ihn im Tanga zeigen. Als Zeugin trat vor Gericht eine Polizistin auf, die sich im Januar 2004 im Zimmer des Mädchens versteckt hatte. Als der Priester dem Mädchen nahe gekommen war, hatte die Polizistin ihn auf der Stelle verhaftet. Unklar blieb, was damals genau geschehen war: Das Mädchen sagt, der Priester habe sie auf den Mund küssen wollen. Der Geistliche sagt, er habe das Mädchen auf die Stirn geküsst und aus Spaß aufs Bett geworfen. Quelle: Basler Zeitung, 20.10.2005
Kirche ging nicht gegen Kindesmissbrauch vor
Die katholische Kirche in Los Angeles hat über Jahrzehnte hinweg Priester trotz massiver Vorwürfe wegen Kindesmissbrauch geschützt. Den geistlichen sei bis in die 80er Jahre auch nach bekannt werden der Anschuldigungen der Umgang mit Kindern in den Gemeinden erlaubt worden, berichtete die Zeitung „Los Angeles Times“ unter Hinweis auf jetzt veröffentlichte Akten. Sie belegen Hunderte von sexuellen Übergriffen auf Kinder in der Kirche seit den 60er Jahren. Die Dokumente wurden gemäß einer Vereinbarung zwischen der Kirche und den Anwälten von rund 500 missbrauchten Kindern veröffentlicht.
Quelle: Main-Echo, 13.10.2005
Sep. 05: Sexualverbrechen durch Priester - Wie lange noch?
Zwölf Jahre für perversen Priester
In Frankreich wurde Ende September 2005 ein katholischer Priester wegen der Vergewaltigung von Minderjährigen zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Fall erregte in Frankreich großes Aufsehen. Denn der aus Kanada stammende Priester war bereits 1985 in der kanadischen Provinz Québec zu 20 Monaten Haft wegen sexuellen Übergriffen gegen Minderjährige verurteilt worden. Und der zuständige französische Bischof hatte davon gewusst. (Quelle: BLICK online, 21.9.05)
Haftstrafe für nackten Katechismus-Lehrer
Wegen Exhibitionismus und unsittlicher Berührungen beim Katechismus-Unterricht ist ein katholischer Priester in Ostfrankreich zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Ein Strafgericht verurteilte den 57-jährigen Bruno K. wegen sexueller Übergriffe gegenüber Schutzbefohlenen im Alter von weniger als 15 Jahren zudem zu weiteren drei Jahren Haft auf Bewährung. Kinder hatten berichtet, der Priester trete nackt vor ihnen auf und zeige ihnen pornografische Zeitschriften. Einige berichteten auch von unsittlichen Berührungen. Vor Gericht zeigte sich der Priester uneinsichtig. Mit den Porno-Zeitschriften habe er den Kindern »die Schönheit der Schöpfung« zeigen wollen. (Quelle: Yahoo-News, 22.9.05)
Aug. 05: Pfarrer wegen von Kinderpornos verurteilt
Wegen des Besitzes von rund 1.600 kinderpornografischen Bildern und Videos ist am Montag ein 67-jähriger Pfarrer aus dem Pinzgau zu drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Priester, der mittlerweile von seinem Amt endgültig suspendiert worden ist, hatte zuvor ein Geständnis abgelegt.
(...) In Salzburg gerieten zehn mutmaßliche Kinderporno-Konsumenten ins Visier der Beamten, unter ihnen war der Pinzgauer Pfarrer. Acht Fälle wurden bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Ein 34- jähriger Bürokaufmann und ein 28-jähriger Bautechniker wurden bereits Anfang August zu Geldstrafen von 1.680 Euro beziehungsweise 2.160 Euro nicht rechtskräftig verurteilt.
Quelle: www.krone.at, 29.08.2005 (Auszug)
Juli 05: USA: 64 Kirchen zu verkaufen...
... um Opfer von Kindsmissbrauch durch Priester zu entschädigen
Kirche mitten in Boston: Bald eine Luxuswohnung? Wegen der hohen Entschädigungszahlen an Opfer sexuellen Missbrauchs ist die Erzdiözese in Finanznot geraten
Juli 05: Entschädigungen in Millionenhöhe
Die Richter in Kentucky (USA) haben gesprochen: Die Diözese Covington muss Entschädigungsgelder in Höhe von 120 Millionen Dollar (!) an Missbrauchsopfer zahlen - die höchste Summe, zu der ein amerikanisches Gericht jemals ein Bistum verurteilte.
Etwa 100 Opfer von sexueller Gewalt durch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter hatten gemeinsam gegen die Diözese geklagt. Eine Untersuchung brachte an die Öffentlickeit, dass sexuelle Verbrechen an Kindern durch Priester in den vergangenen 50 (!) Jahren weit verbreitet waren. Im Newsletter von Radio Vatikan vom 4. Juni 2005 heißt es wörtlich: »Der Bischof von Covington, Roger Foys, betonte in einer Stellungnahme, nach Gesprächen mit über 70 Opfern sei er der Auffassung, dass “keine Geldsumme die Leiden wieder gutmachen kann”, die die missbrauchten Kinder durch-machen mussten.«
Das Geld für die Entschädigunszahlungen soll aus dem Verkauf von Kircheneigentum und Versicherungen zusammenkommen.
Die Diözese in Kentucky ist kein Einzelfall: In Boston sind Opfern kirchlicher Sexualstraftätern 85 Millionen Dollar zugesprochen worden, die katholische Kirche von Orange County in Los Angeles hatte 100 Millionen Dollar für Missbrauchsopfer bereit gestellt.
Jun 05: USA: 42 Millionen $ für Missbrauchsopfer
Zwei Diözesen haben akzeptiert, zusammen rund 42 Millionen US-Dollar an Missbrauchsopfer zu zahlen. Mit dieser außergerichtlichen Einigung sind die Prozesse in Sacramento und Santa Rosa beendet. Die Diözese Sacramento hatte wenige Minuten vor Prozessbeginn akzeptiert, 33 Missbrauchsopfern 35 Millionen Dollar zu zahlen. Als Täter verdächtigt werden in Sacramento zehn Priester, von denen mittlerweile zwei gestorben, drei auf der Flucht nach Mexiko und vier aus der katholischen Kirche ausgetreten sind. Quelle: Radio Vatikan. 30.06.2005
Jun.05: 600.000 Pfund für Missbrauch durch Priester
Manchester (AP) Wegen sexueller Misshandlung durch einen katholischen Priesters ist einem Briten eine Entschädigungssumme von gut 600.000 Pfund (900.000 Euro) zugesprochen worden. Das Gericht in Manchester sah es als erwiesen an, dass der Mann, der nur als «A» bezeichnet wurde, zwischen seinem 17. und 18. Lebensjahr regelmäßig von einem Priester missbraucht wurde. Das Geld muss laut dem Urteil vom Donnerstag von der Erzdiözese Birmingham aufgebracht werden.
Richter Christopher Clarke bezeichnete das Verhalten des Priesters als großen Vertrauensbruch. Das Opfer leidet den Gerichtsakten zufolge heute an Schizophrenie und posttraumatischem Stress, so dass in den vergangenen fünf Jahren die Unterbringung in einer Nervenklinik notwendig war. Dagegen wurde der inzwischen verstorbene Priester nie zur Rechenschaft gezogen.
Im vergangenen Jahr erhielt ein früherer Messdiener bereits eine Entschädigungssumme von 330.000 Pfund, weil er ebenfalls von diesem Priester sexuell misshandelt wurde. Insgesamt haben acht Männer, die zur Tatzeit zwischen acht und 17 Jahre alt waren, vor Gericht Missbrauchsvorwürfe gegen den Priester erhoben. Quelle: Yahoo-News, Donnerstag 30. Juni 2005
Jun. 05: 900.000 Euro für 10 Jahre Missbrauch
900.000 Euro Entschädigung für 10 Jahre Missbrauch
London (AFP) - Weil er als Kind und Jugendlicher zehn Jahre lang von einem katholischen Priester missbraucht worden ist, hat ein Brite am Donnerstag mehr als 600.000 Pfund (900.000 Euro) Entschädigung zugestanden bekommen. Der inzwischen 35-Jährige, der in Manchester vor Gericht gezogen war, leidet heute an Schizophrenie und post-traumatischen Stresssymptomen. Er war im Alter von sieben bis 18 Jahren regelmäßig von einem Priester missbraucht worden.
Quelle: Yahoo-News, Donnerstag 30. Juni 2005
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Schon wieder Priester als Verbrecher Immer mehr Kirchenaustritte
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