Volksverdummung mit Hubertus

In einem Interview mit der Kirchenzeitung »Der Sonntag« äußert sich der evangelische Pfarrer Ulrich Seidel kritisch zu Hubertusmessen. Auf die Aussage: »Hubertusmessen werden auch als `Erntedank der Jäger´ angesehen« spricht er von »Sprachvernebelung«.

Hubertus entsagte der Jagd 



- Was der Pfarrer als »Sprachverneblung bezeichnet, ist in Wirklichkeit eine Volksverdummung. Denn die Legende erzählt es so: Der heilige Hubertus soll ein leidenschaftlicher Jäger gewesen sein. Als er eines Tages einen Hirsch schießen wollte, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: »Hubertus, warum jagst du mich?« - Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Tag an entsagte Hubertus der Jagd.

Bei Hubertus hat also das Gewissen geschlagen. Er erkannte Christus im Tier und tötete nicht mehr. Doch die Kirchen missbrauchen Hubertus und verkehren die Geschichte einer Umkehr in ihr Gegenteil: In den alljährlichen Hubertusmessen segnen Pfarrer und Priester die Jäger, ihre Waffen und die »Strecke« der getöteten Tiere - und sie versuchen den Menschen weiß zu machen, dass das Töten von Tieren durch Jäger von Gott gewollt sei.

Beispiel Hubertusmesse 2006 im Wiener Stephansdom. Die Fürbitten werden vorgetragen:
»Herr, Du hast den Menschen den Auftrag gegeben, sich die Natur untertan zu machen, sie zu nutzen... Herr unser Gott, Du hast den Jägerinnen und Jägern die Möglichkeit zur Jagd gegeben und sie zu Jägern und Hegern berufen... Herr, vergib all jenen, welche die Jagd und das jagdliche Brauchtum nicht verstehen und nicht akzeptieren.«

Jägerpräsident Vocke frohlockt:
»In diesem Monat begehen wir unsere traditionellen Hubertusfeiern. Die festlich geschmückten Kirchen sind wie an hohen kirchlichen Feiertagen bis auf den letzten Platz gefüllt.« Die Jägerschaft verkünde mit »goldenem Hörnerklang ihren Erntedank«.
(Jagd in Bayern 11/2006)

Hubertusmesse - ein Frevel an der Schöpfung 



»Ernte« - so nennen die lodengrünen Lusttöter das Hinmetzeln von jährlich 5 Millionen Wildtieren. Aus »Lust am Töten« und »Freude am Beutemachen«. Mit Segen des Papstes: Ausgerechnet am Welttierschutztag gewährte dieser den Jägern Audienz. »Viel Freude bereitet mir auch der Besuch des Landesjagdverbandes Bayern«, so der Papst. »Eure Naturverbundenheit möge sich im Dienst an der wunderbaren Schöpfung Gottes bewähren.«

Jägerpräsident Vocke überschrieb das Editorial der Jägerzeitschrift »Jagd in Bayern« mit »Jäger sein heißt auch Dienst an der Schöpfung Gottes«. - Wir meinen, es wäre an der Zeit, dass er wegen Gotteslästerung angezeigt wird.

 




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